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08.09.2022

Schuljahresbeginn in der Bildungsregion Oberfranken 2022/2023

Am 13. September 2022 starten in Oberfranken rund 55.450 Schülerinnen und Schüler an Grund-, Mittel- und Förderschulen sowie ungefähr 28.000 an beruflichen Schulen in das neue Schuljahr. In den Grundschulen steigen die Schülerzahlen mit aktuell 35.501 Schülerinnen und Schülern gegenüber dem Vorjahr (34.003) an. Die Zahl der Schulanfänger erhöht sich von 8.781 im Vorjahr auf 9.448 im laufenden Schuljahr. Auch bei den Mittelschulen ist mit 15.478 Schülerinnen und Schülern eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr (15.292) zu beobachten. Der Aufwärtstrend setzt sich fort bei den Förderschulen, wo mit 4.482 Schülerinnen und Schülern geplant wird (Vorjahr: 4.439). Dort steigt die Zahl der Schulanfänger von 367 (2021) auf 439 Schülerinnen und Schüler 2022 deutlich an.

Personalausstattung an oberfränkischen Schulen

Der Fachkräftemangel in Deutschland macht auch vor der Bildungslandschaft nicht halt. Starke Lehrerjahrgänge gehen in Pension, während gleichzeitig der Ukraine-Krieg die Schülerzahlen und damit den Personalbedarf sprunghaft ansteigen lässt. Zudem führt nach wie vor Corona zu krankheitsbedingten Ausfällen. Für schwangere Lehrkräfte gilt aufgrund des Risikos sich zu infizieren, ein betriebliches Beschäftigungsverbot. Angesichts eines deutschlandweit angespannten Bewerbermarktes auch in den pädagogisch-sozialen Berufen stellt es daher eine große Herausforderung dar, gerade in den Grund- und Mittelschulen, ein lückenloses wohnortnahes Unterrichtsangebot zu organisieren.

In Oberfranken wurde bereits im Vorfeld der Planung die Klassenbildung sehr straff organisiert. Durch gemeinsame Anstrengungen und in enger Abstimmung mit den Staatlichen Schulämtern ist es gelungen, dass alle oberfrankenweit gebildeten Klassen mit Klassenleitungen besetzt sind.

Für die Mobile Reserve wird weiterhin Personal gesucht. Oberfrankenweit konnte im Durchschnitt bis jetzt 55 Prozent der vorgesehenen Mobilen Reserve gebildet werden. Auch für den Unterricht in Nebenfächern und für die Beschulung ukrainischer Schülerinnen und Schüler sind vorhandene Stellen noch teilweise unbesetzt.

Die Personalgewinnung wird während des Schuljahres fortgeführt. Interessenten wenden sich bitte an die Staatlichen Schulämter in den kreisfreien Städten und den Landkreisen (Schule-Oberfranken.de | Schulämter) oder auch an die Schulleitungen im Bereich der Förderschulen (Schule-Oberfranken.de | Förderschulen neu).

Die Versorgung der beruflichen Schulen mit Lehrkräften ist auch aufgrund der leicht rückläufigen Schülerzahlen in den letzten Jahren solide, für einzelne Fachrichtungen wird aber auch dort weiter Personal gesucht (Schule-Oberfranken.de | Schulorte).

Die Folgen des Ukraine-Kriegs

Eine große Herausforderung stellen der Ukraine-Krieg und seine Folgen dar. In Oberfranken werden über alle Schularten hinweg rund 3.000 schulpflichtige ukrainische Kinder und Jugendliche erwartet. Mit den Pädagogischen Willkommensgruppen wurde im vergangenen Schuljahr eine erste schulische Integration der Kinder und Jugendlichen ermöglicht. Im Schuljahr 2022/2023 sind neue Angebote geplant. In den Jahrgangsstufen 1 bis 4 werden die geflüchteten Schülerinnen und Schüler direkt in den Regelklassen mit zusätzlicher Deutschförderung beschult. Für die Jahrgangsstufen 5 bis 9 werden für die Kinder und Jugendlichen, die aufgrund geringer Deutschkenntnisse nicht am Regelunterricht teilnehmen können, Brückenklassen eingerichtet. Dort erhalten die Schülerinnen und Schüler besondere Sprachförderung in Deutsch, werden aber auch in den Fächern Mathematik und Englisch sowie Wahlpflichtfächern unterrichtet. Oberfrankenweit sind zum derzeitigen Stand an Mittelschulen 37, an Realschulen 11, an Gymnasien 25 und an beruflichen Schulen 5 Brückenklassen eingerichtet.

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz hebt die außergewöhnliche Willkommenskultur an oberfränkischen Schulen für alle ukrainischen Flüchtlinge hervor: "Trotz der personellen und räumlichen Engpässe und der immer noch geltenden Infektionsschutzmaßnahmen konnte in Oberfranken bereits im letzten Schuljahr über 2.500 Kindern und Jugendlichen innerhalb weniger Wochen schulartübergreifend ein Unterrichts- und Betreuungsangebot unterbreitet werden. Die herzliche Aufnahme der Kinder und Jugendlichen mit deren Eltern an Schulen sowie die effektive Organisation durch Lehrkräfte, Schulleitungen und die Schulverwaltung unterstützt von zahlreichen ehrenamtlichen Kräften verdienen im höchsten Maß unseren Dank und unsere Anerkennung."

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Das Corona-Aufholprogramm "gemeinsam.Brücken.bauen" bietet auch im kommenden Schuljahr zusätzliche Fördermöglichkeiten. Die Regierung von Oberfranken hat allein im Rahmen dieses Programms seit Sommer 2021 über 800 Arbeitsverträge abgeschlossen, um den immensen Personalbedarf für Fördermaßnahmen abdecken zu können. Die Vertragsverhältnisse können im neuen Schuljahr fortgeführt oder mit neuem Personal besetzt werden.

Des Weiteren steht für Oberfranken ein Kontingent an 29 Vollzeitstellen für Teamlehrkräfte zur Verfügung. Diese gestalten unter Anleitung von Lehrkräften, die aufgrund individueller Risikodisposition Corona-bedingt nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen, den Unterricht. Zudem werden die Beratungskapazitäten des schulpsychologischen Dienstes bei den Staatlichen Schulämtern für die Grund- und Mittelschulen flächendeckend leicht ausgebaut.

Die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler immerhin bei den Schulabschlüssen keinerlei Nachteile in Kauf nehmen mussten. Die Ergebnisse der Abschlussprüfungen wichen nicht von denen in der Zeit vor der Corona-Pandemie ab.

Digitale Bildung und Ausstattung

Die Regierung von Oberfranken unterstützt die Schulen und Schulaufwandsträger mit umfangreichen Fördermaßnahmen, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben.

Aus dem Förderprogramm "Digitalpakt Schule – Digitale Bildungsinfrastruktur an bayerischen Schulen" stehen für den Regierungsbezirk Oberfranken bis 2024 53,64 Millionen Euro zur Verfügung.

Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist der Umgang mit digitalen Medien und Geräten mittlerweile selbstverständlich. In dem bayernweiten Pilotversuch "Digitale Schule der Zukunft" werden die teilnehmenden Klassen mit Tablets, Notebooks oder Convertibles ausgestattet, die Finanzierung wird mit staatlichen Zuschüssen unterstützt. Schule und Elternhäuser arbeiten eng zusammen. So soll das Lernen mit analogen und digitalen Medien und Werkzeugen selbstverständlich ineinandergreifen – im Klassenzimmer sowie beim Lernen zuhause. Gleichzeitig sollen im Schulalltag auftretende rechtliche, datenschutzrelevante und fördertechnische Fragestellungen gelöst werden. Aus Oberfranken sind 14 Mittelschulen mit am Start. Weitere Informationen finden Sie hier: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (bayern.de)

Ganztagsangebote

Der Ausbau des Ganztagsangebots an den oberfränkischen Grund-, Mittel- und Förderschulen schreitet weiter voran. Inzwischen besteht für Schülerinnen und Schüler an diesen Schularten ein flächendeckendes Betreuungsangebot, das neben den unterschiedlichen schulischen Maßnahmen auch kommunale oder private Initiativen einschließt.

Zum neuen Schuljahr sind in Oberfranken an 18 Grundschulen 56 und an 34 Mittelschulen 131 gebundene Ganztagsklassen geplant sowie weitere 7 Deutschklassen im gebunden Ganztag. Im offenen Ganztagsangebot gibt es des Weiteren an den Grundschulen oberfrankenweit 294 Kurzgruppen bis 14:00 Uhr und 175 Langgruppen bis 16:00 Uhr sowie 123 Gruppen an den oberfränkischen Mittelschulen. Zudem ist oberfrankenweit an vielen Grundschulen Mittagsbetreuung etabliert. Auf der Internetseite Alle Schulen in Bayern suchen und finden können über alle Schularten hinweg Schulen mit den unterschiedlichen Angeboten gefunden werden.

Inklusion

Alle Kinder und Jugendlichen sollen nach ihren jeweiligen Bedürfnissen bestmöglich gefördert werden. Elf Sonderpädagogische Förderzentren unterstützen zum Teil mehrere Grund- und Mittelschulen mit dem Profil Inklusion. Fünf Förderschulen mit dem Profil Inklusion setzen in ihrer Region sonderpädagogische Fachlichkeit in enger Kooperation mit aufnehmenden Schulen ein. Im Schuljahr 2022/2023 kommt in Oberfranken mit der Adalbert-Stifter-Mittelschule in Forchheim die 19. Schule mit dem Schulprofil Inklusion neu hinzu.

Ein weiteres Beispiel für gelingende inklusive Angebote in Oberfranken ist die "Inklusive Region in der Stadt Hof". Über alle Schularten hinweg können dabei Kinder und Jugendliche mit einem und ohne einen besonderen Förderbedarf gemeinsam lernen und werden dabei bedarfsgerecht unterstützt. Übergänge zwischen den Schularten und in die Berufswelt werden flankierend begleitet. Dies gelingt, indem schulische und außerschulische Partner, Ärzte, Fachdienste und Behörden sich vernetzen und intensiv abstimmen.

Weitere ausführliche Informationen erhalten Sie unter: Schule-Oberfranken.de | Bereich Schulen.