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23.12.2025

Wolfsterritorium im Fichtelgebirge

Im Sommer 2025 wurde im Bereich des Fichtelgebirges ein neues Wolfsterritorium in Oberfranken und der angrenzenden nördlichen Oberpfalz ausgewiesen. Durch Fotoaufnahmen einer Wölfin mit Gesäuge sowie durch Bilder von Wolfswelpen wurde im Verlauf des Sommers Reproduktion festgestellt.

Die Daten des Wolfsvorkommens werden für ganz Bayern zentral in der Fachstelle Große Beutegreifer am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zusammengetragen und sind online stets aktuell einsehbar (Monitoring von Wölfen - LfU Bayern). Entsprechend sollten alle möglichen Hinweise zu großen Beutegreifern in Bayern an die Fachstelle des LfU gemeldet werden (Meldung von Hinweisen auf Wolf, Luchs oder Bär - LfU Bayern).

Herdenschutz und Fördermöglichkeiten

Aufgrund des Wolfsterritoriums im Fichtelgebirge wurden im vergangenen Sommer ein Wolfsgebiet im Sinne des Schadensausgleichs sowie eine Förderkulisse zur Förderung von Herdenschutzmaßnahmen ausgewiesen. Ein funktionierender Herdenschutz von Weidetieren ist entscheidend, um Übergriffe durch große Beutegreifer zu minimieren. Die hierfür notwendige Anschaffung wolfsabweisender Zäunung ist innerhalb der ausgewiesenen Förderkulissen bis zu 100 Prozent förderfähig.

Im Wolfsgebiet im Sinne des Schadensausgleichs muss aufgrund von EU-Regularien nach einer Übergangsfrist von einem Jahr ein Grundschutz errichtet sein, um bei Schäden durch Große Beutegreifer Ausgleichszahlungen in Anspruch nehmen zu können. Im Fichtelgebirge läuft die Frist zur Errichtung des Grundschutzes bis zum 31.08.2026. Eine Beratung zum Herdenschutz bietet das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth-Münchberg an (https://www.aelf-bm.bayern.de/).

Die ab 01.01.2026 geltenden Wolfsgebiete sowie die Förderkulissen für Herdenschutzmaßnahmen in Bayern sind zum Jahreswechsel auf der LfU-Internetseite einsehbar (Natur - Startseite - LfU Bayern).

In Einzelfällen besteht bei begründetem Verdacht auf mögliche Übergriffe von Wölfen auf Weidetiere bei unzureichender Zäunung die Möglichkeit, kurzfristig und übergangsweise ein von der Regierung von Oberfranken bereit gestelltes Notfallzaunset zum Schutz der Weidetiere auszuleihen. Im Bedarfsfall sollte das Wildtiermanagement bei der Regierung von Oberfranken kontaktiert werden, um eine Abholung des Materials aus Bayreuth zu organisieren (Wolfsmanagement - Regierung von Oberfranken).

Wolfsvorkommen in Oberfranken

Neben dem Wolfsterritorium "Fichtelgebirge" befindet sich im südlichen Landkreis Bayreuth ein weiteres Territorium "Kitschenrain", in dem derzeit auch ein Wolfsrudel lebt. Auch hier wurden im Sommer 2025, wie bereits im Vorjahr, Wolfswelpen nachgewiesen.

Weiter südlich gelegen hat sich der Verbreitungsschwerpunkt des Wolfsrudels des Territoriums "Veldensteiner Forst" nach aktuellen Erkenntnissen nach Osten auf das Gelände des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr verlagert. In der angrenzenden Oberpfalz befinden sich außerdem die Wolfsterritorien "Manteler Forst" und "Pressather Wald".

Die Entwicklung einzelner Wolfsterritorien in Bayern und in ganz Deutschland kann auf der Website der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf eingesehen werden (Karte der Territorien - DBBW).

Für Fragen zum Wolfsvorkommen oder zum richtigen Verhalten bei Wolfsbegegnungen steht das Wildtiermanagement der Regierung von Oberfranken zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es zudem unter FAQ: Wolf - LfU Bayern.