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25.06.2026Informationsfahrt "Landwirtschaft" des oberfränkischen Regierungspräsidenten im Landkreis Hof: Landwirtschaftliche Vielfalt und Zukunftsperspektiven im Fokus
Wie vielfältig, innovativ und zukunftsorientiert die Land- und Forstwirtschaft im Landkreis Hof aufgestellt ist, zeigte die diesjährige Informationsfahrt „Landwirtschaft“ der Regierung von Oberfranken. Regierungspräsident von Oberfranken Florian Luderschmid besuchte gemeinsam mit den Bereichsleitern der Regierung von Oberfranken Dr. Folko Bührle (Bereich 5 „Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz“) und Rainer Prischenk (Bereich 6 „Ernährung und Landwirtschaft“) verschiedene land- und forstwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Hof.
Organisiert wurde die Rundfahrt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bayreuth-Münchberg. Ziel war es, die unterschiedlichen Betriebsformen der Region kennen zu lernen. Dabei wurden natürlich auch Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Land- und Forstwirtschaft diskutiert.
„Unsere Betriebe leisten weit mehr als die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel. Sie prägen unsere Kulturlandschaft, schaffen Arbeitsplätze, fördern den Tourismus und tragen wesentlich zur regionalen Wertschöpfung bei“, betonte Regierungspräsident Luderschmid. „Die Rundfahrt hat eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert und innovativ die Familienbetriebe im Landkreis Hof ihre Zukunft gestalten.“
Vielfalt unter einem Dach: Landwirtschaft, Tourismus und Direktvermarktung
Die erste Station führte die Teilnehmer nach Gumpertsreuth bei Gattendorf zur Familie Rainer und Katrin Markstein. Der Betrieb vereint Ackerbau, Schweinemast, Waldwirtschaft, Fischzucht sowie eigene Jagd. Darüber hinaus hat sich die Familie mit Bauernhofgastronomie und Ferienwohnungen zusätzliche Standbeine aufgebaut.
Eine Besonderheit des Betriebes ist die Haltung von Strohschweinen. Dabei nutzen die Tiere das Stroh aktiv zum Wühlen, Scharren und Erkunden. Der weiche Untergrund bietet zudem Spiel-, Ruhe‑ und Rückzugsmöglichkeiten. Bereits 2023 erhielt die Familie dafür den Bayerischen Tierwohlpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus.
Neue Nutzungskonzepte für historische Hofstellen
An der zweiten Station in Zedtwitz stellte Familie Daniela und Jürgen Rödel ihren Betrieb vor. Ehemalige Wirtschaftsgebäude wurden aufwendig saniert und zu hochwertigen Ferienwohnungen und Ferienlofts umgestaltet.
Die Teilnehmer besprachen, welche Chancen solche Nutzungskonzepte bieten – besonders weil der Strukturwandel in der Landwirtschaft sonst viele Ställe und Nebengebäude leerstehen lässt. Kreative Konzepte wie von Familie Rödel bieten die Chancen, den ländlichen Raum zu beleben und den Tourismus zu stärken.
Wälder im Klimawandel: Herausforderungen für kommende Generationen
Im Münchberger Stadtwald stand die dritte Station ganz im Zeichen der Forstwirtschaft. Robert Geiser, der Bereichsleiter „Forsten“ am AELF Bayreuth-Münchberg ging in seinem Vortrag auf aktuelle Entwicklungen beim Waldschutz, Strategien zum Waldumbau sowie Maßnahmen des Waldnaturschutzes ein.
Die Folgen des Klimawandels stellen Waldbesitzer und Forstverwaltung vor große Herausforderungen: Trockenperioden, Sturmereignisse und Schädlingsbefall erfordern neue Konzepte, um die Wälder langfristig stabil und widerstandsfähig zu gestalten; hierzu zählen unter anderem das gezielte Abnutzen von Altbeständen, die Einbringung standortgerechter Mischbaumarten, die Pflege unter Schirm, ein konsequentes Biotop‑ und Totholzmanagement sowie Wegepflege und ‑erhalt. „Unsere Wälder erfüllen wichtige Funktionen für den Klimaschutz, den Wasserhaushalt, die Artenvielfalt und die Erholung der Bevölkerung“, erklärte Robert Geiser. „Der Umbau hin zu klimaresilienten Mischwäldern gehört zu den zentralen Aufgaben der kommenden Jahrzehnte.“
Bio-Landwirtschaft mit regionaler Vermarktung
Am Nachmittag besuchte die Delegation den Biohof von Rainer Bußler und seinem Sohn Lukas Bußler in Bärlas bei Weißdorf. Der Betrieb setzt auf ökologische Landwirtschaft mit Masthähnchenhaltung sowie den Anbau von Kartoffeln und Gemüse.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Direktvermarktung. Die Erzeugnisse werden unmittelbar an Verbraucherinnen und Verbraucher in der Region verkauft. Dadurch entstehen kurze Transportwege und eine enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung.
Die Besucher konnten sich vor Ort von den hohen Anforderungen und dem großen Arbeitsaufwand überzeugen, die mit der ökologischen Wirtschaftsweise verbunden sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass regionale Produkte und nachhaltige Erzeugung bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern zunehmend gefragt sind.
Pflanzenbau im Zeichen von Klimawandel und Ertragssicherheit
Den Abschluss der Informationsfahrt bildete die Besichtigung von landwirtschaftlichen Versuchsflächen in Bärlas. Auf den Flächen führt das AELF Bayreuth‑Münchberg Sortenversuche und Fungizidprüfungen an Sommergerste und Hafer durch, deren Ergebnisse direkt in die landwirtschaftliche Praxis einfließen. Angesichts zunehmender Wetterextreme gewinnen widerstandsfähige und leistungsfähige Sorten immer stärker an Bedeutung. Die Versuchsergebnisse helfen Landwirtinnen und Landwirten dabei, fundierte Entscheidungen für ihre Anbauplanung zu treffen und Erträge langfristig zu sichern.
Landwirtschaft als wichtiger Bestandteil Oberfrankens
Am Ende der Rundfahrt zog Regierungspräsident Luderschmid ein positives Fazit und bedankte sich für die Offenheit und das Engagement der Betriebsleiterinnen und -leiter, die ihre Erfahrungen und Herausforderungen im Gespräch geteilt haben.
Die besuchten Betriebe spiegelten die große Bandbreite der Land- und Forstwirtschaft im Landkreis Hof wider – von konventioneller und ökologischer Produktion über Direktvermarktung und Tourismus bis hin zu modernen Ansätzen im Waldumbau und Pflanzenbau.
Auch der Bereichsleiter „Landwirtschaft“ am AELF Bayreuth-Münchberg, Uwe Lucas, unterstrich die Bedeutung der Betriebe für die Region: „Die Land- und Forstwirtschaft ist ein unverzichtbarer Bestandteil Oberfrankens. Die Familienbetriebe sorgen für hochwertige Lebensmittel, pflegen unsere Kulturlandschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raums. Die Informationsfahrt hat gezeigt, dass unsere Betriebe bereit sind, die Herausforderungen der Zukunft aktiv anzunehmen.“
Die jährliche Informationsfahrt „Landwirtschaft“ der Regierung von Oberfranken bietet die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen unmittelbar vor Ort kennenzulernen und den Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Praxis zu stärken. Gleichzeitig macht sie deutlich, welchen wichtigen Beitrag die Land- und Forstwirtschaft für die Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit der Region leistet.
